Deutsches Kinderhilfswerk veröffentlicht Kinderreport 2026

Das deutsche Bildungssystem zementiert soziale Ungleichheiten. Der Kinderreport 2026 des Deutschen Kinderhilfswerkes fordert deshalb Reformen für mehr Chancengerechtigkeit. Eine repräsentative Forsa-Umfrage zeigt, dass sowohl Erwachsene als auch Kinder bundesweit einheitliche Standards, kostenfreie Bildung und mehr qualifiziertes Personal verlangen.

Der Schulerfolg in Deutschland hängt weiterhin drastisch von Herkunft und sozialem Status ab. Laut dem aktuellen Kinderreport 2026, für den forsa über 2.000 Erwachsene, Kinder und Jugendliche befragt hat, verfehlt die Bundesrepublik die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention. Die Umfrage zeigt ein klares Bild: Um benachteiligten Kindern gerechte Startchancen zu sichern, fordern 93 Prozent der Erwachsenen spürbar mehr qualifiziertes Personal an Schulen und Kitas. Auch bundesweit einheitliche Bildungsstandards (91 Prozent) sowie eine generelle Kostenfreiheit von der Kita bis zur Schule inklusive aller Lernmaterialien (90 Prozent) werden als zielführend bewertet. Die befragten Kinder stützen diese Kernforderungen ebenfalls.

Als direkte Hilfen im Schulalltag stoßen verbindliche Lern- und Sprachförderangebote (94 Prozent) sowie eine flächendeckende Schulsozialarbeit (87 Prozent) auf große Zustimmung. Zudem befürworten 80 Prozent einen schnellen, verpflichtenden Bildungszugang für geflüchtete Kinder direkt nach der Ankunft. Neben strukturellen Aspekten befürwortet das Kinderhilfswerk eine frühe Verankerung von gelebter Demokratiebildung und verbindliche Mitbestimmungsrechte für Schüler und verweist dabei auf Befunde früherer Reporte. Schulen in herausfordernden Sozialräumen müssen hierbei über dauerhafte Bund-Länder-Investitionsprogramme finanziell und unbürokratisch gestärkt werden.

Anmerkung

Die Ergebnisse des Kinderreports 2026 legen den Finger in die bekannten Wunden der deutschen Bildungslandschaft: Bildung und soziale Teilhabe entscheiden sich für die Kinder und Jugendlichen vor Ort. Die Umfrageergebnisse geben zwar ein klares Bild darüber, was wünschenswert ist, jedoch fehlt es hier an einer realistischen Gegenfinanzierung. Ohne diese sind Maßnahmen, wie der geforderte massive Ausbau von 400.000 Kita-Plätzen und die qualitative Absicherung des Ganztagsrechtsanspruchs nicht realisierbar.

Weitere Informationen: www.dkhw.de

Quelle: DStGB Aktuell Nr. 2226-01 vom 29. Mai 2026