Leitfaden zu „Kolonialen Kontexten in Bibliotheken“ veröffentlicht

Der veröffentliche Leitfaden zu „Kolonialen Kontexten in Bibliotheken“ richtet sich an Öffentliche und Wissenschaftliche Bibliotheken im deutschsprachigen Raum. Ziel ist es, Bibliotheken zum einen bei der Entwicklung eigener Strategien beim Umgang mit kolonialen Beständen zu unterstützen und zudem einen reflektierten Umgang mit historisch gewachsenen Beständen zu fördern. Dabei werden in dem Leitfaden sowohl rechtliche Rahmenbedingungen als auch ethische und institutionelle Fragestellungen berücksichtigt. Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) und die Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VÖB) waren neben der ETH Zürich, der dbv-Kommission Provenienzforschung und Provenienz-Erschließung, den Fachinformationsdiensten Sozial- und Kulturanthropologie und Afrika Studien sowie der Staatsbibliothek zu Berlin an der Erstellung dieses Leitfadens beteiligt.

Neben grundlegenden Einordnungen enthält der Leitfaden konkrete Handlungsempfehlungen zu Themen wie Provenienzforschung, Erwerbung, Bestandspräsentation sowie digitaler Bereitstellung und Metadaten.

Bibliotheken sind Orte des Wissens und der Erinnerung. Daher kommt ihnen auch bei der Auseinandersetzung mit Beständen aus kolonialen Kontexten eine wichtige Rolle zu, da diese häufig mit historischen Macht- und Gewaltverhältnissen verknüpft sind.

Anmerkung

Die kommunalen Spitzenverbände begrüßen die Veröffentlichung des Leitfadens zu „Kolonialen Kontexten in Bibliotheken“. Er bietet Kommunen und ihren Bibliotheken eine praxisnahe Orientierung für einen reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit historisch gewachsenen Beständen. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Erinnerungskultur und zur Aufarbeitung kolonialer Geschichte auf lokaler Ebene.

Weitere Informationen unter: Koloniale Kontexte in Bibliotheken. Ein Leitfaden

Quelle: DStGB Aktuell Nr. 2426-03 vom 12. Juni 2026